06. Februar 2020 - Der Naturschutzbund Baden-Württemberg (NABU) warnt davor, dass sich der rasante Rückgang von höher gewachsenen Obstbäumen in Baden-Württemberg negativ auf die Artenvielfalt auswirken wird. "Seit 2008 sind mehr als zwei Millionen der sogenannten Hochstamm-Obstbäume verloren gegangen", teilte der NABU am Freitag mit. Das seien acht Prozent der deutschen Bestände und zwei Prozent der Streuobstfläche ganz Europas, die in zehn Jahren gerodet worden seien. Dabei beziehen sich die Naturschützer auf eine Untersuchung der Universität Hohenheim.

Diesen Prozess müsse das Land so schnell wie möglich stoppen. Als hochstämmig gelten Obstbäume, deren erster Ast in einer Höhe zwischen mindestens 1,60 und 1,80 Meter wächst. Viele seltene Vogel- und Insektenarten bräuchten ausgedehnte Streuobstbestände. "Verschwinden diese Bäume, verschwinden auch die darin brütenden Vögel", so der NABU. Er fordert vom Land Baden-Württemberg einen besseren Schutz von Hochstämmen und eine Förderung von Nachpflanzungen mit gesicherter Pflege. Als Hauptursachen für den Rückgang nennt der NABU die Ausweisung neuer Baugebiete, mangelnde Nachpflanzungen, den schleichenden Verlust durch Rodungen und zu niedrige Mostobstpreise durch die Keltereien.

Bild: Rodung von Streuobstwiesen in Kraichtal Winter 2019/20. Streuobstwiesen müssen gemäht und die Bäume geschnitten werden.