Bild von Thomas Bratzel

Der sympathische Vogel mit dem langen Schnabel und der Federhaube ist Vogel des Jahres 2022. Mit einem Bestand von weniger als 1000 Brutpaaren, gehört er leider zu den seltensten Brutvögeln Deutschlands. Nur wenige Menschen bekommen ihn je zu sehen, aber seit einigen Jahren brütet er wieder bei uns in Kraichtal. Jeder Kraichtaler der ihn je gesehen hat, wartet im Frühjahr wieder auf seine Rückkehr aus dem Winterquartier. Einige möchten ihn sogar zum Kraichtaler „Wappenvogel“ machen…

Der Wiedehopf wird etwa amselgroß und hat eine gelb-braune Grundfärbung. Charakteristisch ist seine Federhaube und der lange, pinzettenartiger Schnabel. Die Flügel und Schwanzfedern sind auffällig schwarz-weiß gefärbt. Sein Flug erinnert etwas an den Flug eines Schmetterlings. Er ist ein Zugvogel, der sich von April bis September bei uns aufhält. Sein Überwinterungsgebiet liegt in den Tropen und Savannen Afrikas südlich der Sahara. Nach seiner Ankunft bei uns, beginnt er zügig mit dem Brutgeschäft. Das Gelege besteht aus 5 bis 8 Eiern, die er meist in Baumhöhlen legt. Die Höhlen können vormalige Nisthöhlen vom Grünspecht, aber auch ausgefaulte Hohlräume sein. Auch in Holzstapeln, Steinhaufen, Gebäuden und speziellen Nistkästen finden sich Brutplätze. Nach dem Ausfliegen im Mai/Juni, werden die Jungvögel recht schnell selbständig. Die Nahrung des Wiedehopfs besteht aus Großinsekten wie Grillen, Maulwurfsgrillen, Engerlingen und Käfern, aber auch Schnecken und Regenwürmer stehen auf dem Speiseplan. Bei der Nahrungssuche stochert er mit seinem langen Schnabel im Boden um an bodenlebende Insekten zu gelangen.

Die Lebensräume des Wiedehopfes sind sehr vielfältig, doch scheint er Streuobstbestände, abwechslungsreiches Wiesen- und Ackerland, sowie Vieh- und Pferdeweiden besonders zu mögen. Er ist auf trockene, warme Sommer angewiesen.

Schon seit 2016 unternimmt der NABU Kraichtal Anstrengungen den Wiedehopf wieder nachhaltig bei uns heimisch zu machen. So wurden in den letzten Jahren rund 20 Nisthilfen in Kraichtal aufgestellt. Tatsächlich fanden in den letzten Jahren mehrere erfolgreiche Bruten bei uns statt. Im Jahr 2022 wollen wir unsere Anstrengungen nochmals verstärken um diesem wunderschönen Vogel wieder großflächig eine Heimat zu bieten. In diesem Zuge wollen wir zahlreiche zusätzliche Nistkästen kaufen/bauen und aufstellen.

Wenn Sie den NABU Kraichtal dabei unterstützen wollen, können Sie sich gerne an uns wenden. Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder Walter Batzler 0151/20151500. Auch für Spenden zum Materialkauf/Nistkastenkauf sind wir sehr dankbar: Volksbank Bruchsal-Bretten IBAN DE89 6639 1200 0000 1018 00 Stichwort Wiedehopf.

Der Star ist kein gewöhnlicher Allerweltsvogel, denn er hat ein herausragende Talente: Der Star kann andere Vögel und Umgebungsgeräusche perfekt nachahmen und in seinen Gesang einbauen. Zu hören sind dann sogar Handyklingeltöne, Hundebellen oder Alarmanlagen. Zum Star unter den Vögeln wird er auch durch seine atemberaubenden Schwarmformationen, bei denen hunderttausende Individuen perfekt aufeinander abgestimmt durch die Lüfte gleiten. 

Stare in Birnenbaum - Foto: Axel Aßmann/www.naturgucker.de

Stare in Birnenbaum - Foto: Axel Aßmann

Star

Der Star ist den Menschen vertraut und weit verbreitet. Doch seine Präsenz in unserem Alltag täuscht, denn der Starenbestand nimmt ab. Es fehlt an Lebensräumen mit Brutmöglichkeiten und Nahrung – insbesondere verursacht durch die industrielle Landwirtschaft.

Es kommt selten vor, dass wir einen Vogel zum zweiten Mal als Vogel des Jahres ausrufen. DIe Feldlerche war es schon einmal, und zwar 1998. Schon damals warnten wir davor, dass der begabte Himmelsvogel in vielen Gebieten Deutschlands selten oder gar aussterben wird. Seitdem ist mehr als jede vierte Feldlerche aus dem Brutbestand in Deutschland verschwunden.

Feldlerche - Foto: Gerhard Kleinschrod/www.naturgucker.de

Feldlerche - Foto: Gerhard Kleinschrod

Wann haben Sie zuletzt in der Nacht eine Eule rufen gehört? Viele Gegenden sind von Eulen verlassen, entweder weil sie keine Bruthöhlen finden oder das Nahrungsangebot nicht mehr ausreicht. Stellvertretend für alle Eulenarten hat der NABU für 2017 den Waldkauz zum Vogel des Jahres gewählt. Mit ihm soll für den Erhalt alter Bäume im Wald oder in Parks geworben werden und eine breite Öffentlichkeit für die Bedürfnisse höhlenbewohnender Tiere sensibilisiert werden. Eulen sind unverzichtbare Bestandteile der Artenvielfalt. Wir sollten alles dafür tun, sie zu schützen, ihre Bestände zu stabilisieren oder gar zu vermehren.

Waldkauz - Foto: Peter Kühn

Foto: Peter Kühn

Waldkauz